Chasing Ice Klimaexpedition II - Pure-Landscapes

Chasing Ice

Teil Zwei - Polares Meereseis

Artkis


Die 10°C-Juliisotherme und das Gebiet dauerhaft gefrorenen Bodens - Permafrost - markieren die Grenze der Arktis nach Süden. Im Zentrum liegt der arktische Ozean, der fast zur Gänze von Landmassen umgeben ist.

Das Meeresbecken ist ca. 14 Mio. km2 groß und im Winter durch eine 1 - 4 m dicke Treibeisfläche gänzlich gefroren. Im Sommer hat die Luft um die 0°C, wodurch die Eisfläche abnimmt und dünner wird.

2012 wurde der Tiefststand sommerlichen Meereseises im Polarbecken gemessen, was eine grundlegende Änderung der Temperatur- und Witterungsverhältnisse über dem Polarmeer bedeutet.


Arctic_de

Temperaturprognosen für das 21. Jh. zeigen über dem Polarmeer einen Anstieg von bis zu +8°C, was bei den Temperaturen im Sommer um den Gefrierpunkt eine deutliche Verschiebung des Permafrostes Richtung Norden bewirken wird. Die Tauperiode wird markant länger werden und die biologischen Abbauprozesse in den Böden aktivieren.


Der Permafrostboden enthält ca. 1,7 Billionen Tonnen organischen Kohlenstoff (Tarnocai et al., 2009), das ist etwa die doppelte Menge des derzeitigen Gehalts in der Atmosphäre (Schuur et al., 2008). Dadurch setzt eine positive Rückkoppelung ein: weniger Eis, weniger Wärmereflexion und dadurch stärkere Erwärmung des Ozeans und der Landmassen und eine entsprechend erhöhte Freisetzung von Kohlendioxid und Methan in die Atmosphäre.


Quellen:

ACIA Scientific Report

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  • Permafrost
  • Arctic Temperatur 1990 - 2090
  • Permafrost 2

Gletschereis und Meereseis

Das Gletschereis der polaren Eiskappen bindet enorme Mengen an Süßwasser, ihr Schmelzen lässt den Meerespegel steigen.

Meereseis ist gefrorenes Salzwasser und schwimmt auf dem Meer, ohne den Meeresspiegel zu verändern.

  • Vertical ice face at the Inland ice edge, est. 50m high, Nuqssuaq
  • Ice density increases around 83° north of Rudolf Island

Die jahrzezeitlichen Schwankungen zwischen 14 Mio. km2 im Winter und etwa 7 Mio. km2 im Sommer werden jedes Jahr seit 1979, dem Beginn von Satellitenmessungen, größer und erreichten 2012 das bis dato tiefste jemals gemessene Minimum von 3,5 Mio. km2. Das sind 50% weniger Eisfläche im Sommer und sogar 80% weniger Eisvolumen, was durch die geringe Bedeckung mit mehrjährigem Eis einen dramatischen Eisverlust und eine Verletzbarkeit durch Stürme bewirkt.

Alle Nationen der Polarregionen sind bereit die in den Schelfgebieten lagernden Kohlenstoffreserven zu erschließen: ein Spiel mit dem Feuer, um noch mehr Kohlenstoffgase in die Atmosphäre zu entlassen, abgesehen von den militärischen Maßnahmen, die derartige Großinvestitionen begleiten.

2012 war ich auf einer Expeditionsfahrt in der Russischen Arktis unterwegs. Das Video "Chasing Ice: Auf der Suche nach Eis nördlich von Franz-Josef-Land" zeigt eindrücklich den enormen Rückgang der Sommereisdecke und die Auswirkungen auf die Fauna, die gänzlich von einer Packeisdecke abhängig ist.

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