Chasing Ice Klimaexpedition - Pure-Landscapes

Chasing Ice


„Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt.“

Mahatma Ghandi


Eine Klimaexpedition in drei Teilen

Teil Eins - Alpengletscher und Klimaverläufe

Teil Zwei - Polares Meereseis

Teil Drei - Arktischer Gletscherschwund


Perspektiven eines Betroffenen:


Als Fotograf, der die Ästhetik natürlicher Landschaften, besonders in arktischen Regionen, durch den Klimawandel verschwinden sieht - die Veränderungen sind real und fotografierbar.


Als Mensch, der die klimabedingten Veränderungen mit den Herausforderungen an nachhaltige Lebensformen für eine auf sieben Milliarden Menschen angewachsenen Weltpopulation verbindet.


Teil Eins - Alpengletscher und Klimaverläufe

Als Kind erlebte ich die Ausflugsfahrt zur Pasterze - dem größten Gletscher der Ostalpen, gelegen im Großglockner Nationalpark, Österreich - am Beginn der 70er-Jahre neben rauchenden Autos mit geöffneten Motorhauben und tiefen, uns hinabsaugenden Abgründen als wahre "Expedition". Was ist in der Zeit zwischen Kind und Erwachsenem mit der Pasterze passiert?

Pasterze 1971


Eine Familie auf kaltem Eis, im Hintergrund der Hufeisenbruch.

Pasterze 1971

Pasterze 2014


Der Gletscher hat sich innerhalb von 43 Jahren um ca. 2 km zurückgezogen und dabei eine Dicke von 120 m an der Stelle eingebüßt, an der einst eine Familie stand.

Der Hufeisenbruch ist zu einer Felspartie verkümmert.


Pasterze 2014

Hufeisenbruch


Aperes Felsgelände unterhalb des Johannisberges. Die beiden dünnen Eisfäden links sowie der größere Zufluss rechts im Bild sind die einzigen Verbindungen in das Nährgebiet geblieben, wodurch die Pasterze unterversorgt ist und jährlich große Massenverluste erleidet.

Hufeisenbruch
Pasterze 2014 2

Der Gletscherstand war, wie für alle Alpengletscher, ca. 1848 zum Höhepunkt der "Kleinen Eiszeit" am höchsten.

Pasterze 1848

Die Originalkarte von 1848 (oben) liegt über einer aktuellen Karte des Gebietes (unten links) woraus sich die Gletscherstände zu den verschiedenen Jahren ergeben (unten rechts):

  • Pasterze Karte 1
  • Pasterze Karte 2

2014 ist die Pasterze der größte "Eiskadaver" der Ostalpen mit massiven Verfallserscheinungen, wie Toteisbereichen im Vorland und Einsturztrichtern im Eis. Die Zunge wird in den nächsten Jahren weiter zurückgehen und vermutlich nicht überleben.

  • Pasterze 2010
  • Pasterze 2014 3

Aus Eisbohrkernen der Antarktis, Grönlands und aus Meeressedimenten ergibt sich ein wechselhaftes Bild des Weltklimas 500 Mio. Jahre zurück bis zum Jetzt.

Der Mensch begann vor ca. 2,5 Mio. Jahren die Landstriche in Afrika zu bevölkern. Zu dieser Zeit hatten die Temperaturen nach sehr viel wärmeren Jahrmillionen das Niveau von 1960-1990 erreicht: Der Mensch entpuppt sich als Kind von Eiszeiten und konnte sich besonders nach dem Ende der letzten großen Eiszeit in den Warmzeiten zur Blüte bekannter Hochkulturen entwickeln. Diese sind häufig durch klimatische Veränderungen zu Grunde gegangen, da eine Anpassung nicht oder nicht ausreichen stattgefunden hat. Strukturkonservation stand gegen notwendige Veränderungen ... .

Seit dem Ende der Kleinen Eiszeit um 1880 hat sich die weltweite mittlere Jahrestemperatur um etwa 0,9 Grad erhöht.

Die Ozeane und Landmassen nehmen stetig Energie auf und erwärmen sich bis in Tiefen von 2000 m Meerestiefe. Das extrem träge System Erde nimmt einen Impuls auf, der sie für die nächsten Jahrhunderte prägen wird.

Die Ursachen sind vielschichtig, aber es gibt keinen Zweifel mehr an einer beträchtlichen vom Menschen verursachten Komponente.

Quellen: ORF 17.9.2014, ORF 21.11.1012

  • ORF 17 9 2014
  • ORF 21 11 2012

Die weltweite Temperaturentwicklung und die Kohlenstoffgaskonzentrationen, die aus Eisbohrkernen ermittelt wurden, zeigen für die letzten 160.000 Jahre einen synchronen Verlauf.

Details seit 1000 n. Chr. zeigen eine hohe Korrelation zwischen der Temperaturentwicklung, der Kohlendioxidgaskonzentration und der durch den Menschen bedingten Veränderung der Landnutzung (Rodung, Landwirtschaft) sowie der seit Ende des 18. Jhs. beginnenden fossilen Weltwirtschaftsordnung. Legt man noch die Weltpopulationsentwicklung über die Kurven (rot), zeigt sich ein erstaunlicher Zusammenhang.

  • Temperature and CO2 1000 - 2000 with Population
  • Clima modells

Für Österreich sieht die Entwicklung des Klimas für die letzten 1250 Jahre wie folgt aus:

Quelle: Univ. Prof. Dr. Wolfgang Schöner

Die Frage wie stark und seit wann menschliche klimawirksame Aktivtäten seit dem Ende der kleinen Eiszeit die aktuelle Klimaentwicklung beeinflussen, haben die Klimaforscher von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geophysik in folgender Grafik sehr deutlich ausgearbeitet:

Quelle: Univ. Prof. Dr. Wolfgang Schöner


Nach der temperaturvermindernden Aerosolphase bedingt durch die zunehmenden Industrieaktivitäten mit entsprechender Luftverschmutzung nach dem 2. Weltkrieg bis in die 1970-er Jahre, beginnt durch die Umweltschutzmaßnahmen zur Luftreinhaltung in den 1980-erJahren die anthropogene Treibhausgasphase. Dadurch ergibt sich ein deutlicher Temperaturanstieg, der auf das massive Wachstum der Treibhausemissionen aus Industrie, Verkehr und Hausbrand zurückzuführen ist.

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